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Sehr geehrte Mitglieder der Steiermärkischen Landesregierung,
sehr geehrte Abgeordnete zum Steiermärkischen Landtag!
Mit allergrößtem Befremden haben die Unterzeichnenden die von Regierungsseite getroffenen Veränderungen betreffend das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark wahrgenommen – sowohl hinsichtlich des politischen Stils als auch der Inhalte kann das so nicht akzeptiert werden.

Bei allem Verständnis für die Notwendigkeiten zu Einsparungen und bei aller Solidarität der KünstlerInnen mit jenen Bevölkerungsteilen, die ebenfalls unter dem Sparkurs zu leiden haben, stellen wir fest, dass die Halbierung des Budgets für Kunst im öffentlichen Raum sich drastisch vom allgemeinen Sparziel von max. 25 % unterscheidet. Das kann nur als politische Entscheidung gewertet werden, diesen weltweit an Bedeutung zunehmenden Bereich künstlerischer Aktivität in der Steiermark gezielt und bewusst zu beschneiden. Für diese Einschätzung spricht auch die erfolgte Eingliederung des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum in jene Abteilung des Universalmuseum Joanneum, die für den Skulpturenpark zuständig ist.

Offenbar hat der zuständige Kulturlandesrat Dr. Buchmann jegliche Kunst, die wie im Skulpturenpark an der frischen Luft präsentiert wird, mit Kunst im öffentlichen Raum in einen Topf geworfen und die Unterschiede verkannt, die auf ein museales Areal beschränkte Präsentation von bildhauerischer Arbeit und einer Kunst besteht, die mit allen Mitteln der künstlerischen Intervention sensibel auf die Eigenheiten eines Ortes eingeht – vor Ort, im öffentlichen Raum und eben nicht im Freilicht-Museum. Zahlreiche im Rahmen von Kunst im öffentlichen Raum realisierte und geförderte Projekte haben die Steiermark mit einem Netzwerk künstlerischen Schaffens überzogen, das einen völlig anderen Stellenwert aufweist als die Präsentation von Skulpturen in einem Reservat. Die Weiterführung dieses lebendigen, international beachteten und für die Verbindungen von Kunst mit regionaler Lebenswirklichkeit unersetzbaren Schaffens erscheint unter den geänderten Bedingungen so gut wie unmöglich.

Im Hintergrund sehen wir Bestrebungen von klar erkennbaren persönlichen Interessen, das Kunstgeschehen in der Steiermark zu zentralisieren und einen fruchtbaren Wettbewerb von klugen Köpfen und überzeugenden Konzepten zu unterbinden.

Festzuhalten ist auch, dass die Veränderungen beim Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark am Gesetz vorbei durchgezogen erscheinen. Die Höhe der für Kunst im öffentlichen Raum zur Verfügung zu stellenden Mittel ist per Gesetz vom 24. 5. 2005 – mit mindestens 1% der Landesbausummen – geregelt und steht damit klar in Relation zum Baubudget des Landes ... eigenartig, dass nun der Kulturlandesrat respektive das Universalmuseum Joanneum über Teile des Baubudgets verfügt und darauf verzichtet, die den KünstlerInnen aus diesem Rechtstitel zustehenden Mittel einzufordern und widmungsgerecht einzusetzen. Stattdessen werden die Gelder „gekürzt“ (auf welcher Rechtsgrundlage bzw. mit welcher Kompetenz?) und wird die erfolgreiche bisherige Arbeit des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum durch Verwaltungs-Winkelzüge lahmgelegt.

Besonders bedauern wir auch, dass durch diese rational nicht nachzuvollziehenden Änderungen der bisherige Leiter des Instituts, Dr. Werner Fenz, und mit ihm seine Stellvertreterin, Evelyn Kraus, sich zum Rücktritt gezwungen sahen. Die steirische Kulturszene verliert damit binnen kurzer Zeit erneut eine prominente, weit über die Landesgrenzen hinaus beachtete und geschätzte Persönlichkeit. Es muss der Eindruck entstehen, dass die Verantwortlichen in Politik und Kulturmanagement den geistigen Wettbewerb scheuen und zentrale Einfalt an die Stelle von vitaler Vielfältigkeit setzen wollen. Wenn ein Kulturlandesrat darauf schaut, wer unter seiner Ägide geht bzw. gegangen wird und wer bleibt, dann stellt ihm das derzeitige Szenario in der Steiermark ein trostloses Zeugnis aus.

Wir, die unterzeichnenden KünstlerInnen und Kulturschaffenden, appellieren mit großem Ernst an alle Entscheidungsträger, die erkennbaren Trends in der steirischen Kulturpolitik zu überprüfen. Kunst und Kultur in der Steiermark sind zu wichtig, um sie einem willkürlich agierenden Kulturlandesrat und einem sich zum verschlingenden Moloch entwickelnden Universalmuseum Joanneum allein zu überlassen.

Retten Sie die Vielfalt der Kunst – und damit die Freiheit der Kunst. Mit dem Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark ist ein wesentlicher Bestandteil der Kunst im Lande durch einen bürokratischen Federstrich gleichsam ausradiert worden. Machen Sie diese Entscheidungen rückgängig. Es darf nicht sein, dass kurzsichtige Interessenspolitik und die Missachtung von Gesetzen die Oberhand behalten.


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Steiermark, im Juni 2011


Mit dem Ausdruck der Empörung,


Barbara Baur
Joachim Baur
Martin Behr
Paolo Bianchi
Martin Breindl
Esther Engele
Manfred Erjautz
Fedo Ertl
Wolfgang Fötsch
Richard Frankenberger
Josef Fürpaß
Sonja Gangl
Jochen Gerz
Hermann Glettler
Heidi Grundmann
Gigi Haubenhofer-Salicites
Peter Gerwin Hoffmann
Werner Hofmeister
Jogi Hofmüller
Reni Hofmüller
ILA
Wolfgang Kapfhammer
Josef Klammer
Hubert Matt
Wenzel Mraček
Michael Neubacher
Caroline Oswald-Fleck
Albert Pall
Günther Pedrotti
Wolfgang Pollanz
Erwin Stefanie Posarnig
Heidrun Primas
Nicole Pruckermayr
Wolfgang Rahs
Oliver Ressler
resanita
Valentin Ruhry
Irmgard Schaumberger
Werner Schimpl
Manuela Schlossinger
Eva Schmeiser-Cadia
Werner Schmeiser
Bernd Schmiedel
Michael Schuster
Walter Seidl
Gunther Skreiner
Andrea Sodomka
Kurt Stadler
Wolfgang Temmel
Erika Thümmel
Franz Trampusch
Eva Ursprung
Anna Waibel
Markus Wilfling
Christine Winkler
Mia Zabelka
Andrea Zahlbruckner-Jaufer
Michael Zinganel
Gerhard + Eva Pichler zweintopf
Gerhard Tünkler
Tiz Schaffer
Michael Hofer
Anita Kreuzer
Judith Hacker
Ernie Fuchs
Barbara Holub
Paul Rajakovics
Ruth Tünkler
Margit Maure
Julia Melcher
Sarah Tünkler
Heinz Trenczak
Ingrid Nöst
Alex Katz
Barbara Schmid
Samuel Stuhlpfarrer
Barbara Lierzer
Maria Dietrich
Johannes Rauchenberger
Ingrid Siegl
Cathy Kerkhoff-Saxon
Christian Kammerhofer
Josef Danner
Beba Fink
IG Kultur Steiermark
Anita Hofer
Kultur In Graz
Marcus Auer
Bernd Heinrauch
Jakob Ehrhardt
Heimo Ranzenbacher
Silvia Kilic-fortmueller
Gudrun Diestler
Martin Dopler
Astrid Kury
Koloman Kann
Helmut Seethaler
Gertraud Ranegger-Strempfl
Theresa Fogl
Julian Turner
Joachim Schauer
Florian Rüdisser
Petra Maitz
Denise Papst
Markus Haslinger
Edith Temmel
Moke Klengel
Milica Tomic
Franz Trost
Claudia Holzer
Lukas Frankenberger
Martin Krenn
Veronika Kocher
Claudia Klimt-Weithaler
Sandra Abrams
Barbara Schmiedl
Bernhard Humting
Lea Titz
Barbara Egger
Leopoldine Kniepeiss
Manfred Kinzer
Sarah Bildstein
Günter Eichberger
Max Gaansberger
Dietmar Jakely
Elisabeth Lechner
Pogo Erjautz
Brigitte Schlick
Esra Ersen
Kelly Lucojannakis
Magdalena Lucojannakis
Hans Fraeulin
Cornelia Schwingenschlögl
Armin GUERINO
Denise Anna Trieb
Stefanie Hilgarth
Helga Papst
Hildegard Könighofer
Isabella Holzmann
Gerhard Rohrer
Anja Werkl
Michaela Wambacher
Mattundhell Band
Christoph Perl
Martin Rieger
Karin Tschavgova
Heinz Wondra
Nina Müller
Gert Huth
Katharina Kniepeiss
Rudi Widerhofer
Nina Bedlivy
Martina Barthelmes
Johanna Rainer
Katharina Gabalier
Annika Strassmair
Anton Manabe
Anne Kahle
Birgit Pelzmann
Renate Kordon
Wilhelm Hengstler
Christa Ecker-Eckhofen
Chihiro Sato-Schuh
Angelika Thon
Jasmin Perner
Ulrich Tragatschnig
Seppo Gründler
Kirsten Patent
Eva Meran
Herbert Rauscher
Vera mariaj Grbic
Rupert Illek
Tomas Hoke
Robin Benson
Petra Kickenweitz
Angelika Lingitz
Gertraude Rosenberger
Eva Gotthard
Ute Baumhackl
Rhizom RHIZOM
Leo Kreisel-Strausz
Hannah Ertl
Gerlinde Knaus
André Tschinder
Markus Boxler
Helmut Utri
Emil Gruber
Robert Schabus
Susanne Wechtitsch
Michael Englputzeder
Thomas Nuszbaumer
Intro Graz Spection
Tobias Ehrhardt
Karin Oberhuber
Franz Leitgeb
Monika Schönbacher- Frischenschlager
Günter Eisenhut
Renate Weiß
Alexandra Gschiel
Nicole Bergmann
Alexander Cziharz
Schwab Friederike
Arnold Reinisch
Roland Summer
Petra Friedl
Georg Frankenberger
Margarethe Mueller
Wolfgang Simon Pichler
Peter Weibel
Eva Mohringer
Daniel Recher
Manfred Wolff-Plottegg
Sigrid Binder
Franz Stephan Parteder
Jani Schwob
Jörg Wallmüller
Klaus Schafler
Clemens Perteneder
Ernest Kaltenegger
Andreas Fuchs
Alfred Strutzenberger
Ulrike Taberhofer
Christian Sikora
Heide Bekhit
Georg Fuchs
Andreas Fabisch
Christian Masser
Elke Kahr
Edeltrud Ulbl-Taschner
Britta Lang
Wolfgang Buchner
Wolfgang Gombocz
Magdalena Margarita GOMBOCZ
Peter Scherz
Horst Schmiedel
Hanno Wisiak
Herbert Lang
Thomas Siladi
Lubomir Surnev
Edda Strobl
Eveline Thalmann
Gerold Walt
H.R. Fricker
Andreas Kaindl
Andreas Wildbein
Heribert Hirschmann
Antonia Renner
Walther Moser
Nikolaos Zachariadis
IOhannes Zmölnig


Ich auch